HeaderGrafik
Logo Museum für Lebensgeschichten
    Museen im Appenzellerland Award Museum für Lebensgeschichten
Unterstützt durch die Kulturförderung des Kantons Appenzell Ausserrhoden

Museumskonzept von H.R. Fricker

"Mein Vorschlag an die Stiftung "Leben im Alter": gründet ein Museum für Lebensgeschichten."

H.R. Fricker, Trogen 28.03.2005 

"die museumstätigkeit des mfl umfasst drei bereiche:

  • a zentrumsbezogen
    von jeder person wird in vitrinenstelen oder -säulen, in tisch-vitrinen oder in schaukästen, authentisches material zur biographie ausgestellt. im öffentlichen, halböffentlichen und privaten bereich manifestieren sich diese sorgfältig erforschten lebensgeschichten auch mittels video- oder einzelbildprojektionen
    auf wänden. genutzt werden auch diverse screens. das dorf einbeziehen.
  • b dorf- und kantonsbezug
    integrierte zeugnisse berühmter oder zeittypischer speicherer und trogener. von gabriel walser, j.u. fitze, john und hans krüsi, sophie taeuber-arp bis zu den
    berühmten familien und vielen interessanten einwohnerinnen und einwohnern der beiden gemeinden. ausstellungsmögichkeiten für kantonsbibliothek und -
    archiv.
  • c globale vernetzung
    die lebensgeschichte als thema von ausstellungen, vorträgen, internet vernetzungen, zusammenarbeit mit andern pflegeinstitutionen aber auch mit museen, archiven, der publizistik sowie schulen und der forschung. bibliothek und archiv.

motivation und umsetzung
vor über 30 jahren hatte ich ein eindrückliches erlebnis. ich absolvierte damals die heimerzieherschule in rorschach und
machte an der sprachheilschule in st.gallen ein praktikum. nachdem die schüler an einem samstag nach hause gegangen waren, und kein laut mehr zu hören war, stellte ich fest, dass an den wänden im ganzen haus überhaupt nicht ablesbar war, wer sich hier normalerweise aufhielt. lediglich der hauswart hatte irgend einen stich aus seinem hausrat im korridor
aufgehängt. daraufhin bat ich die kinder, der von mir mitbetreuten wohngruppe, von sich ein portrait zu malen. diese
grossformatigen bilder zierten von nun an die wände hinter ihren betten im 16er schlafsaal. fazit: menschen sollten sich in den räumen, die sie beleben, auch mit andern mitteln manifestieren dürfen als nur durch ihre körperliche präsenz.

lebensgeschichten manifestieren sich im pflegezentrum sind es nun erwachsene personen deren, recht auf manifestation respektiert werden soll. in ein pflegezentrum einzuziehen bedeutet: rückzug aus verschiedenen sozialen umfeldern und allgemeine beschränkung des aktionsradius. im extrem kann dies bedeuten, dass sich der bewegungsraum auf bett und zimmer beschränkt. deshalb sollen zeugnisse und spuren aus den lebensgeschichten der klienten öffentliche- halböffentliche und private räume im hof speicher mitprägen. standortvorteil nutzen die beiden trägerdörfer haben glücklicherweise einen reichen “bestand“ an bedeutenden verstorbenen künstlern und andern persönlichkeiten, deren werk gewürdigt werden sollte: werke, die an den wänden des hofes als originale oder projektionen grandios wirken. sie beweisen, welch reicher nährboden für künstlerische und geistige höhenflüge speicher und trogen ist.

einige bespiele:

  • die wunderbaren landkarten von pfarrer gabriel walser 1695-1776 aus dem 18. jahrhundert
  • j.u. fitze 1798-1855 illustrationen und dorfansichten ergänzt durch standortfotos von herbert maeder
  • john krüsi 1843-1899, arbeiten für edison. zuschuss krüsi stiftung fr 5’000 (siehe brief)
  • hans krüsi 1920-1995 das kunstmuseum TG in der kartause ittingen wäre zu dauerleihgaben bereit gespräch mit dorothe mesmer geführt.
  • sopie taeuber arp 1889-1943 die fundatione arp hatte schon füher die bereitschaft zur zusammenarbeit signalisiert.

gespräche mit matthias weishaupt von der kantonsbibliothek und peter witschi vom kantonsarchiv zeigten, dass sie gerne material an das mfl ausleihen würden aber auch daran interessiert sind, teile der museumsstruktur selbst zu nutzen.

das museum für lebensgeschichten
der historiker und museumsleiter roland inauen aus appenzell denkt, dass ein drittel pensum an eine fachlich geschulte person reichen würde um das museum zu betreiben. der hof speicher soll eine beispielgebende institution beim umgang mit der lebensgeschichte der klienten sein. das durch einen kurator geleitete museum hebt die aktivitäten im hof speicher über das rein örtliche und regionsbezogene hinaus.

die erstmalige nutzung des namens “museum für lebensgeschichten“ schafft aufmerksamkeit und ermöglicht zusammenarbeit.

  • das leben am ende der lebensgeschichte thematisieren
  • projekte von andern institutionen vorstellen.
  • austausch unter sozialen institutionen fördern.
  • zusammenarbeit mit fachhochschulen.
  • kurse anbieten um die eigene oder die lebensgeschichte anderer aufarbeiten zu können.
  • möglichkeiten welche das internet bietet nutzen.
  • eine fachbibliothek aufbauen.
  • u. a. m.

ich bin mir bewusst, dass ich den üblichen rahmen eines kunst am bau projektes, mit diesem prozesshaften und nachhaltigen projekt sprenge. das alter führt unweigerlich zur stagnation. als gegenpol schlage ich ein dynamisches, nachhaltiges projekt vor."