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Peter Morger

  • "Ich baue mir meine eigenen Regeln"
  • Vernissage: 24. Februar 2012, 20.00 Uhr
  • Ausstellung vom 24. Februar - 14. September 2012
Peter Morger

In Teufen geboren, lebte Peter Morger als freier Autor in Trogen. Mit seinem Erstling Notstrom katapultierte er sich 1980 in den Olymp zeitgenössischer Schweizer Schrift-steller. Kritiker verstiegen sich zu den gewagtesten Vergleichen: Seiner Sprachwut könne man sich sowenig entziehen wie seiner souveränen Ungeduld, der an Robert Walsers verknotete Gedankengänge ebenso erinnere wie an Urs Widmers doppelbödige Naivität oder an Blitzlichter von Meister Fellini. Morger veröffentlichte in der Folge bis 2001 mehr oder weniger erfolgreich weitere Werke, unter anderem einen Roman, MundArt-Gedichte, Lyrik und Prosa in Literatur-zeitschriften und Anthologien.

Er arbeitete zudem als Fotograf. Seine Bilder waren sinnlich-romantische Landschaften und Pflanzen-Fotos. Er realisierte zahlreiche Ausstellungen und Multimedia-Performances, darunter den Robert-Walser-Pfad in Herisau.

Morger war ein grosser Walser-Kenner, er fühlte sich seinem Vorfahren Robert Walser sehr nahe: «Robert Walser, der grosse Gerneklein. Der heutige Kult um seine Person wäre ihm peinlich. Jedes Mikrogrämmli, jedes Fötzeli wird entziffert und damit entzaubert. Genialität hat stets etwas Tragisches», schrieb er in seinem letzten Buch Ein- und Ausfälle.

Wie Robert Walser war auch Morger wiederholt Patient in der Psychiatrischen Klinik in Herisau. Das schlaue Buch Ein- und Ausfälle, Ein Gemischtwarenband darf als Morgers Vermächtnis bezeichnet werden.

Heiteres, liebenswert Kindliches, Todtrauriges, Bitter-Süsses, Freches, Politisches, Geniales und Widersetzliches enthält sein letztes Buch: «Ich bin scheu, darum wirke ich so herzig. Rotzfrech ist meine Treuherzigkeit. Meine Mischung aus Arroganz und Scheu ist äusserst provozierend.», «Ich war Direktor im Büro für angewandten Wahnsinn. Jetzt bin ich Präsident des Instituts für Sinn-Stiftung und Verwaltungsrat im Zentrum für Morgerismus. Ich bin kein Mensch. Ich bin ein Peter. In Bern hab ich die Magie erlernt.». Der letzte Einfall war: «Das wars. Wars das?» – eine Hommage an den Münchner Architekten und Karikaturisten Ernst Maria Lang?

Weitere Begleitveranstaltungen zur Ausstellung werden wir rechtzeitig ankündigen.

Quelle: Privatarchiv Peter Morger, Kantonsbibliothek AR

Quelle: Kelter, Jochen (Hrsg.): Bodensee-Lesebuch. 18 Autoren stellen sich vor. Mit Fotos von Peter Lober. Karlsruhe, G. Braun, 1989.